09
Juli
2017

Artikel-Titel: Keiner. Ohne. Nichts.

Gestern Abend, es war längst dunkel, fiel ein Schuss.
Ein einzelner lauter Knall, der zwischen den Häuserwänden hin und her prallte...
... um schließlich direkt in mich einzudringen.
Er durchfuhr mich und blieb in meinem Unterbewusstsein hängen.
Wo er auch jetzt noch sein muss, unerreichbar für meine Hände.
Die es nicht schaffen, ihn zu begreifen.

Ich lag wach und hörte mein Herz, wie es sich aufgewühlt durch meine Ohren pumpte.
Ich dachte daran, dass an Schlaf nicht zu denken wäre und dachte also an den Schuss.
Und ging in Gedanken durch die leeren Straßen und über die schweigenden Plätze.
Und den Schienen nach, die schon bald im Pflaster versickerten...
...zusammen mit dem Regen, der mit dünnem Schimmer die Spuren verwischte.
Meine.
Die in meine Kindheit führten.
Aber das machte nichts, das war nicht schlimm, im Gegenteil, ich kannte mich aus, ich hatte meine innere Karte.
Ein paar Pfützen hätte ich mir gewünscht.
Kleine Seen, in denen sich die Gesichter der alten Häuser so schmucklos und schön widerspiegelten.
Und einen sanften, zärtlichen Wind hätte ich mir gewünscht.
Der ein altes Kinoplakat noch einmal aufleben ließe oder eines der dünnen Programmheftchen für 20 Pfennige.
Das Titania, das ehemalige. Ich erkannte es auf einem der Bilder.
Es war eines dieser alten Kinos, die immer in den alten Filmen gezeigt wurden.
Und das es nicht mehr gibt.
Manchmal warf ein einzelnes Auto einen diffusen Schatten und ein flüchtiges Geräusch in meine Nachdenklichkeit.
Und dann war es wieder ganz still um mich.
Und das blieb es.
Bis ein zweiter Schuss fiel und dann noch ein dritter.
Das letzte Bild der Vergangenheit wich getroffen der Gegenwart, fiel in sich zusammen.
Und die stummen Monde der Straßenlaternen standen plötzlich über meinem Kopf.
Dort explodierten sie und prasselten knisternd in meinen Zustand.
Der bis dahin in der Schwebe hing, irgendwo über meiner Schwere.
Erleichtert trat das Wort Feuerwerk über meine Lippen.
Und enttäuscht trat ich aus meinem Traum heraus.
Und ich ging wieder in mich hinein.
Und stand am Fenster.
Und sah, dass der letzte Zug schon abgefahren war…


Nun ist es passiert.
Ich habe etwas geschrieben. Das passierte schon oft.
Eine Kolumne. Ja, auch so etwas passierte schon oft bei mir.
Ich bin damit aber nicht zum Bus gegangen. Nun ja.
Ich habe sie unverlangt abgeschickt. Sagt man doch so, oder…

Ich hatte nicht vor, noch einmal in den Bus zu steigen.
Der mit leerem Tank und leerem Fahrgastraum irgendwo auf der Strecke geblieben ist.
Bis gestern, da sah ich die Bilder.
Die stillen Bilder der Straßen und Plätze und Häuser, die mir so vertraut sind.
Das nächtliche Eisenach war wie eine Reise in die Kindheit. Meine.
Dafür möchte ich Dir danke sagen, magentis.
Es berührte mich unter der Haut und stimmte mich versöhnlich und ruhig.
Nach all dem, was Du immer als Zeitvertreib beschriebst.
Ich weiß schon, dass es nicht diese schmalen wie schalen Wortgruppen waren, wie sonst.
Die die MitfahrerInnen mehr und mehr vertrieben.
Nein, das war nur Deine ART zu beweisen, dass ein Internet-Forum nichts weiter ist.
Als eine fade Buchstabentütensuppe.
Nicht mehr wert als die leere Plapperei im ganz normalen Wahnsinn auch.
Mit dem Wort Mehrwert kann ich wenig anfangen, konnte ich noch nie.
Mir hätte schon gereicht, wir hätten es mit mehr als Leerwert versucht.
Nein, ich möchte nicht ungerecht oder gar bitter sein…
Es gab manchen Beitragenden, der etwas schenkte, was die Zeit nicht vertrieb…
...sondern blieb. Und das wird bleiben.
Schon das war es wert.
Dafür möchte ich den wenigen Mitreisenden, die es versuchten, danken.
Aber nun geht es nicht weiter.
Jedenfalls nicht für mich. Nicht hier.
Denn ich konnte mich zuletzt nicht mehr motivieren, hier noch etwas zu schreiben.
Immer kam das Wort wozu hinzu.
Und stand hinter jedem Satz und ließ keinen Platz für... ja was?
Warum?

Ich möchte mich jedoch noch verabschieden, ich habe das schließlich angefangen mit dem Bus.
Ob ich ihn noch zum Schrottplatz fahren soll oder besser einfach an dieser Stelle stehen lassen für die letzten Mitreisenden, das weiß ich nicht.
Das mit dem Bus war ein Versuch und auch, wenn er nur wenige Monate unterwegs war...
...war er es mir wert.
Über die Gründe dafür, dass die Leute ausstiegen, hat sich keine® geäußert.
Wir leben in einer Zeit des Verstummens. Wir reden nicht mehr miteinander.
Das war bereits im alten Figaro-Forum zu erkennen, das hat sich in diesem kleinen Kreis hier nur fortgesetzt.
Es ist nur ein Spiegelbild der Gesellschaft.
Und nein, so ein Forum über Sinn und Sinne (damit verbindet sich doch der Kulturbegriff, oder?) kann nicht unpolitisch sein, wenn es einen Wert, einen Sinn und Zweck haben soll.
Dieses Land wird sich verändern, hieß es.
Wie sehr es sich schon verändert hat und ob das besser oder schlechter ist, das wird jede® für sich selbst anders empfinden.
Die Bilder von Zerstörung, Sinnlosigkeit und Gewalt – zuletzt aus Hamburg – sind 1000fach im Netz zu sehen. Ich ersparte sie mir.
Dafür möchte ich euch zum Abschluss noch dies zeigen.

https://www.youtube.com/watch?v=ZV99jp897Cw

Auf diesen Bildern ist (auch) zu sehen, dass sehr viele Menschen nichts sehen.
Nichts.
Während sie essen und trinken und gehen und filmen…

Ich wünsche euch eine gute Reise…
Wassermann

14 Kommentare Autor: Wassermann 09.07.2017 12:56
01
Juli
2017

Art Session 2017 in der Schönherrfabrik

Liebe Freunde des Künstlertreffens,
zum Schönherrfest am 19.August ist diese Aktion geplant.
Es treffen sich Kreative von Meinfigaro , dem Künstlerhaus 40 und vom Sonnenberg.
Ich bin beauftragt das zu organisieren und haben eine finanzielle Unterstützung vom Kulturmanagment bekommen. Ist nicht so viel soll ab er gezielt eingesetzt werden.
Das Hauptmotiv soll eine Sprayung im K 40 die Wand,erste Halbetage werden.Thema etwas aus der Geschichte des Webstuhlbaues , um den 200. Geburtstag von L.F.Schönherr gebührend zu ehren.
Dieses Bild wird fotografiert und soll später als Datei über eine technische Einheit einem Webstuhl die Möglichkeit geben es als Wandteppich oder ähnliches herzustellen.
Dieses Werk bekommt einen Ehrenplatz in der WEBA.
Ansonsten habe ich an diesem Tag einen Deltablueser aus Wien eingeladen.
Ich werde noch Leinwände besorgen und hoffe das viele Künstler an dem Tag ihre Ateliers offen haben.
Um Einzelheiten zu besprechen schlage ich den 11.07. 16-17 Uhr als Beratungstermin vor.Treffen 2.Etage K40.
Für wen der Termin nicht möglich ist , er aber mitmachen möchte ,einfach anrufen oder Mail schicken.


MfG

Bernhard Schloß

01714300854

0371-305797

Jetzt kommentieren Autor: alabama 01.07.2017 12:27
28
Mai
2017

Art Session 2017 in der Schönherrfabrik

Liebe Freunde der Art ,ich muss bis Ende Mai Bescheid geben wegen Unterkünfte.
Bitte sagt mir an wer kommt und was braucht.
Grüße von Alabama

Jetzt kommentieren Autor: alabama 28.05.2017 10:43
10
Mai
2017

Art Session 18.-20.August

Liebe Freunde der Art ,ich muss bis Ende Mai Bescheid geben wegen Unterkünfte.
Bitte sagt mir an wer kommt und was braucht.
Grüße von Alabama

Jetzt kommentieren Autor: alabama 10.05.2017 12:28
02
April
2017

Art Session 2017 erster Aufruf

Liebe Freunde der kreativen Kunst
die Art Session findet dieses Jahr wieder in der Schönherrfabrik statt
am 19.08. zusammen mit dem Schönherrfest
zum 200. Geburtstag von L.F.Schönherr , ist was in der Richtung geplant
wie es mit den Unterbringungen im Schullandheim passt müssen wir sehen
dort ist dann gerade Spitzenbelastung
wo ein Wille ist ist auch ein Weg denke ich
euer alabama

2 Kommentare Autor: alabama 02.04.2017 10:04
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