#46

RE: Reiseroute

in Bloghütte 28.03.2017 13:50
von Vorace53 • 66 Beiträge

Geht schon. Himmlisches Verwaltungsstandrecht. Keine Sorge, nach einigen Jahren Trump werden die Wetterkapriolen noch netter werden...

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#47

RE: Reiseroute

in Bloghütte 28.03.2017 16:47
von Mete • 188 Beiträge

magentis, maule nicht - das ist morgen schon wieder anders.
Aber 19 Grad im Schatten sind wirklich übertrieben für diesen Tag - und die kleinen Pflänzchen in ihren Anzucht-Töpfchen seufzen auch.

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#48

RE: Reiseroute

in Bloghütte 29.03.2017 18:24
von Mete • 188 Beiträge

Heute fiel mir auf, dass die 1. Schwalbe hier herumfliegt - ein freundlicher Gedanke, dass sie nun alle wiederkommen werden...
Ein Star, welcher den Pirol exakt nachzupfeifen vermag, ist auch wieder im Gelände. Ich habe mich auch in diesem Frühling nicht von seinen Pfiffen täuschen lassen. Der Starkasten in der Birke ist gesäubert und sieht den Ereignissen des Vogel-Jahres entgegen.
Ach ja, die höchste Warnstufe Waldbrand-Gefahr haben wir hier in Nordsachsen momentan auch.

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#49

RE: Reiseroute

in Bloghütte 29.03.2017 18:34
von magentis • 636 Beiträge

Der Hahn kräht Hier in der alten Kleinstadt gerade seine Dutzend Mal um 18:30.


zuletzt bearbeitet 29.03.2017 18:36 | nach oben springen

#50

RE: Reiseroute

in Bloghütte 30.03.2017 12:38
von magentis • 636 Beiträge

Heute ist es Mittelthüringen teilbewölkt, aber sonnig und so eine erhellende Atmosphäre wie am oder auf dem Meer. Ganz schön.

Und Morgen und Übermorgen gibts richtig sonniges Vitamin D-Potential! Aber denkt dran, es funktioniert ja nur beim Sonnenstand die Mittagszeit herum.


zuletzt bearbeitet 30.03.2017 12:40 | nach oben springen

#51

RE: Reiseroute

in Bloghütte 30.03.2017 18:11
von Klara • 106 Beiträge

Danke für Robert Frost, lieber Vorace
Für dich…, weil doch schon Frühling ist…

Vorfrühling

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,
greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.


Rainer Maria Rilke

Übrigens:
Soweit ich mich erinnern kann, gab es bei uns keine Telefone im Zug, aber ich wuchs ja auch östlich der Mauer auf.
Oder mir ist es nie aufgefallen, weil ich es nur bis zur „Zweiten Klasse“ geschafft habe.
Erinnerst du dich an die Raucherabteile? Puh…das waren noch Zeiten…

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#52

RE: Reiseroute

in Bloghütte 30.03.2017 19:00
von magentis • 636 Beiträge

Sprelacard-Platten, Wofasept, Kunstlederduft und ein allgemeiner Hauch von Ranzigkeit.

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#53

RE: Reiseroute

in Bloghütte 30.03.2017 21:40
von Wassermann • 148 Beiträge

Wer hätte gedacht, dass es auf dieser
von Wehnuss ausgesuchten Strecke
solch ausgesucht
schönen Wortbilder zu entdecken gibt...?
Na… ich zum Beispiel.
Denn es fing ja schon sehr poetisch an.
Und nein, der platschend von kahlen Zweigen fallende Nebel war keineswegs
ein grauenvolles,
weil voll von Grau-es Bild…
für mich – im Gegenteil.
Es war genau die Kunst der Worte,
also die ART tropfender Stille,
in der ich mich wohl fühlte…
Meinetwegen haltet es für nebulös…
aber ich könnte darin ein
stundenvergessenes
Seelenbad nehmen…

Und wer freut sich schon über Frost im März?
Na… ich zum Beispiel.
Sind mir die stillen Wege schon immer die liebsten…
am liebsten allein
mit mir mit
Ihr,
der Liebsten…

Ganz anders nun das Licht und
das Gedicht,
das Klara zwischen die Zweige schrieb,
auf ergrünende Untergründe,
herrlich unergründlich
fließende Poesie,
verschmolzener Jahreszeiten…
Gründe genug, sich aufzuhalten
im Hier und nicht im Dort, wo sich
unter dem Namen
Alles
das Nichts ausbreitet.

Ich jedoch
bin jetzt.

https://www.youtube.com/watch?v=aawwpS7-s0I


zuletzt bearbeitet 30.03.2017 21:47 | nach oben springen

#54

RE: Reiseroute

in Bloghütte 30.03.2017 23:19
von Vorace53 • 66 Beiträge

Naja, da war auch dieser einmalige Flair von kondensiertem Wasserdampf, denn die mit Dieselkraft bewegten Züge wurde, wenn sie nicht gerade ein russischer Koloss abschleppte, mit Wasserdampf beheizt. Manchmal auch, wenn die letzte Grosswäsche in der Nacht der vergangenen Zeit vollzogen worden war, so steckte in den Textilien der Vorhänge auch so ein gewisses Aroma von Schwefel und Braunkohlenrauch. Dies gab es zu geniessen, wenn in den Grossraumabteilen der 18 Meter langen Wagen aus Halberstadt sich das nächtliche Schaukeln mit der Lichtflut verband, der Köper aber nach Schlaf lechzte und nur noch das Bedecken des Gesichtes mit dem Fenstervorhang eine gewisse Ruhe versprach... Das Beste waren aber die weissen, einheitlich duftenden Geruchsverzehrerstein in den Metallgehäusen der Toiletten. Der Duft der grossen weiten Reichsbahnwelt eben.


zuletzt bearbeitet 30.03.2017 23:20 | nach oben springen

#55

RE: Reiseroute

in Bloghütte 31.03.2017 10:34
von Vorace53 • 66 Beiträge

Der Kultourbus verpflichtet.

Eines abends, müde aus und gerade aus dem Zug gefallen, reihte ich mich sorgfältig ein in die Schlange, welche sich an der Haltestelle bildete. Alsbald kam eine Dame, vielleicht noch nicht gewöhnt all das alte Prinzip der ungeschriebenen Regeln der Disziplin, und stellte sich in der Mitte neben eine andere Aspirantin auf einen der abendlichen und sehr nachgefragten roten Busse. Die auf diese Weise betroffene andere Dame hob den Blick und sagte einige wenige Worte, freilich ohne die Stimme zu heben, die zwar nicht zu mir durchdrangen aber dich meinte gut zu kennen. Wie ein geprügelter Hund nahm die freche Reihenreiterin den letzten Platz ein. Belohnt wurde sie letztlich dann doch noch, der Bus, als er hielt, war ungewôhnlich leer und so fand sie sogar einen Sitzplatz.

Am Morgen, noch halb im Schlaf, war ich nach York aufgebrochen; Da war die frohe Botschaft an mein Ohr gedrungen, dass der Zug wegen eines Dammrutsches bei Sheffield umgeleitet und ergo verspätet sein würde. Zehn Minuten später erschien der Zugchef persönlich, ging von Abteil zu Abteil und bat die Reisenden diesen Zwischenfall und seine Konsequenzen zu entschudligen. Welch Kontrast zu dem, was uns elf Jahre später widerfuhr. Im abendlichen TGV nach Paris Nord hielt man zuerst die Fuhre im Bahnhof der Rüben, Haute-Picardie, auf freiem Felde zwischen Lille und der Haupstadt angelegt, zurück.

Nach einigen zehn Minuten entschloss sich die Bahnverwaltung in einer für die reifere Jugend adaptierten Dosis den Selbstmord eines unglücklichen Menschenkindes zu erwähnen welches sich in Chantilly vor einen anderen Zug gestürzt hatte. Nach einigem produktiven Nachdenken fiel die Entscheidung, den, Zug um Paris herumzuleiten und in Marne LaVallée Chessy umzuleiten. Unverzüglich begann das grosse Telefonieren um die wartenden Familienreste, angetreten zum Empfang, nach dem Süden von Paris umzuleiten.

Doch wie gross war mein Erstaunen, als der Zug, wie vorgesehen, in Paris Nord hielt. Kein Wort, keine Entschuldigung.

Wie gut waren doch der VEB Kraftverkehr und die Deutsche Reichsbahn ! Die Entfernungen waren kurz, die Ansprüche gering. Ausserdem zahlte sich das harte Trainig eines Scouts (auch wenn dieses Wort in der DDR eher ein ih-Wort war) aus. Niemand erwartete nichts Besonderes für den kleinen Preis. Und wenn dem winzigen Speiseabteil die grausam zuckrige und warme Dulcia in den bauchigen Flaschen zu 0;33 l ausgegangen war - ich war es gewöhnt.

Reisekultur für harte Typen oder Reisekultur für verweichlichte Schlappis ?


zuletzt bearbeitet 31.03.2017 10:34 | nach oben springen

#56

RE: Reiseroute

in Bloghütte 31.03.2017 15:10
von magentis • 636 Beiträge

"Wind"

Du, Wind, treuer Begleiter.
Wedelnd heiter,
vorbei an Bäumen und Wänden,
Stränden und Zäunen.
Immer weiter...

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#57

RE: Reiseroute

in Bloghütte 31.03.2017 20:51
von Klara • 106 Beiträge

Ha, ich bin schon einmal mit einem Zug entgleist.
Ich saß in einem Sechserabteil und schlief gerade so schön, als es Rumps machte.
Die Sechserabteile waren für mich immer etwas Besonderes. Man konnte die Vorhänge zuziehen, so dass niemand reingucken konnte.
Es war gemütlich, nicht so wie bei Oma auf dem Sofa, aber es hatte etwas Anheimelndes.
Manchmal bin ich durch die schmalen Gänge gewandert und habe durch den Schlitz, der in der Mitte zwischen den Vorgängen vergessen wurde, hineingeguckt.

„Rumps“ gemacht, sagt mir mein Kleinhirn, oder ist es das Großhirn…
Es hat „Rumps“ gemacht, und Klara konnte gar nicht mehr nicht klar denken, deshalb hat der kleine große Bulgare, der mich stimmlich auf den Höhepunkt bringen wollte, kurzerhand die Notbremse gezogen.
Aber das erfuhr ich erst im Nachhinein.
Komisch.
Ich habe keine Angst vor Züge, aber vor Fahrstühle schon, obwohl ich noch nie stecken geblieben bin.


zuletzt bearbeitet 31.03.2017 20:52 | nach oben springen

#58

RE: Reiseroute

in Bloghütte 31.03.2017 21:10
von magentis • 636 Beiträge

"Abwärts" ist Einer der stärksten deutschen Filme, finde ich. Aber auch richtig alptraumhaft in der Wirkung. Warscheinlich immernoch ein Geheimtipp. Unbequem und gut.

https://de.wikipedia.org/wiki/Abw%C3%A4rts_(1984)


zuletzt bearbeitet 31.03.2017 21:13 | nach oben springen

#59

RE: Reiseroute

in Bloghütte 31.03.2017 21:57
von Vorace53 • 66 Beiträge

Liebe @Klara, mit Genuss bin ich wieder eingetaucht in die poetische Welt Rilkes. Danke für diesen Anstoss, hat sich doch mein kulturelles Umfeld seit den Jugendtagen erheblich gewandelt. Ich geniesse Verlaine und erfreue mich der so vollen altfranzösischen Sprache eines Rabelais. So ist es gut, dass das Band, welches mich dem Land meiner Vorfahren verbindet, nicht zerreisst.

Frost ist leider im Französischen nicht so populär und auch in englischen Buchhandlungen macht er sich rar. So war ich froh, als ich erst unlängst The Collected Poems (Vintage Books 2013) entdeckte (ISBN 978-0-099-58309-7) Aber kennst Du (kleine Reiselektüre mit grossem Tiefgang) Wolfgang Hilbigs Gedichte, aufgelegt in einer festgebundenen Ausgabe bei S. Fischer ?


zuletzt bearbeitet 31.03.2017 22:32 | nach oben springen

#60

RE: Reiseroute

in Bloghütte 04.04.2017 21:21
von magentis • 636 Beiträge

Heute 30+ Fitness-Testtag. Der "Photograph" wollte ja unbedingt rein und das Gelände war wie, schon immer, schön unbeobachtet. Erste Überraschung, der vermutlich noch neuere Bauzaun war untypischerweise nirgendwo beschädigt, verschoben oder verbogen UND hat sich nicht nur um, sondern auch durch das Gelände verteilt! Anti-Urbex-Aufrüstung oder wie ??

Obendrüber verletzungs-risikotechnisch absolut unpraktikabel, also schweifen meine Augen pragmatisch-instinktiv nach Unten und schlussfolgern, dass dieser eine Zaunteil da Drüben, ein paar Meter von mir entfernt, mit dem ungewöhnlich hohen Bodenabstand, wohl die einzige Schlupfmöglichkeit sein würde, mit der gleichzeitigen Erinnerung an die letze Bodenübung 2013, unter einem altbundesdeutschen hessischen Werksbahntor durch.
Also Jacke aus und in seitlicher Liegestützbewegung durch die etwa 25cm durch. Maßvergleich meiner Schiebermütz-Länge 27cm.

Auf dem Rückweg schon selbstbewusster: "Wozu überhaupt die Jacke ausziehen?? Dir Zaun werd ichs gleich zeigen." Und nochmal durch.

Man stelle sich Steve Jobbs vor, der im schwarzen Rollkragenpullover mit Kopfbedeckung unter dem Bauzaun durchrobbt.

Haha, ihr Spezis, den ultimativen, unüberwindbaren Bauzaun müsst Ihr erst noch erfinden!


zuletzt bearbeitet 04.04.2017 21:26 | nach oben springen


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